| Teilnehmerbericht Tunesien 2010 |
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Samstag, 23.01.2010Ca. 12.00 Ankunft am Hafen in Genua 12.30 kurze Besprechung, wann Polizei offen ist und wo Stempel zu holen sind. Bis ca. 14.00 Uhr haben wir Zeit für einen kurzen Rundgang und Kaffeehausbesuch in Genua. Das Schiff, die Carthage kommt um ca. 15.00 Uhr, um 16.00 Uhr dürfen wir rauf; das Schiff ist fast leer – total wenige Leute. Abfahrt vom Hafen gegen 17.25 Uhr. Um 17.30 Uhr Treffpunkt bei der Bar zur Besprechung der nächsten Tage, um 19.00 Uhr Abendessen - Tomatensuppe mit Nudeln, Harissa mit Brot, Bric mit Thunfisch, Käseplatte, was Süßes! Das Essen war lecker und reichlich! Anschließend haben wir uns auf die Suche gemacht, die Papiere für Polizei + Zoll zu finden und aus zu füllen. Fündig sind wir auf Deck 6 geworden, dann zuerst bei der Polizei registrieren, rüber zum Zoll; um ca. 21.15 war alles erledigt!
Sonntag, 24.01.2010Ca. 08.15 Frühstück, „Man muss schnell sein beim Frühstücken!“; die Kellner haben eine sehr direkte Art, um einen zum Gehen zu bewegen – Teller oder Kaffeetassen sind gleich weg, obwohl noch voll und man noch isst – bei vollem Schiff kann ich mir schon vorstellen, dass es stressig ist – Frühstückstisch abräumen und für Mittagessen herrichten, aber jetzt wo das Schiff fast leer ist …
09.30 Treffpunkt an Deck beim hinteren Cafe zur ersten Trainingseinheit: – Theorie Navigation bis 11.30 Uhr – dann zum Mittagessen. Das Essen ist gut, aber auch wieder im Eiltempo zu erledigen. Gegen 14.30 Ankunft in La Goulette: Raus aus der Fähre – der Masse nach und alle Papiere bereit halten. 1. Polizei – relativ einfach – Paß raus, Stempel rein – fertig. 2. Zoll – man fährt in verschiedenen Abfertigungsreihen nebeneinander, wo man sämtliche Papiere vorweist und in einem eigenen Container die GPS Geräte deklariert. Geld gewechselt und wieder mit der Masse Richtung Ausgang – nochmals werden die Papiere kontrolliert – fertig. Das war gar nicht so schwer. Wir waren nach Rainer + Susanne. die 2ten die durch waren – Rainer hat weder Versicherung noch GPS deklariert – mit € 10,- Bakschisch geht es auch!?. Dann kamen Thomas + Doris und Andreas mit dem Sprinter. Anschließend Ernst + Magdalena – nur Klaudia kam nicht. Nach einer. ¾ Std. wurde beschlossen, dass Andreas auf Klaudia wartet – der Rest fährt mit Rainer zuerst zum Tanken und dann zum Hotel Amilcar. Dort wollen wir auf Andreas u. Klaudia warten. Wir haben uns aber alle auf der Tankstelle wiedergefunden und sind gemeinsam zum Hotel gefahren – nur das das Hotel geschlossen war. Nach kurzer Abklärung hat uns Andreas dann in das Hotel Sidi Bou Said geführt. – schönes Hotel, warme Zimmer mit Meerblick und heißem Wasser und Fön. Stefan und Mina sind nun auch eingetroffen und beim Abendessen um 19.15 Uhr waren wir erstmals komplett. Bis 0.15 führten wir eine heiße Diskussion in der Bar wegen des vom Zoll einbehaltenen und nun fehlenden Satellitentelefons – der Grund von Klaudias Verspätung am Zoll - mit dem Ergebnis, morgen früh mit Andreas und Klaudia darüber zu reden.
Montag, 25.01.201007.00 Frühstück, unsere Befürchtungen/Sorgen wurden mit Andreas und Klaudia besprochen – Andreas, der Kursleiter, stellte fest, dass es keine Möglichkeit gibt, ein Ersatzsatellitentelefon zu besorgen. Wir sollten nach den 3 Tagen Wüstentraining entscheiden, ob wir trotzdem die Tour fahren wollen oder nicht – die Entscheidung liegt bei der Gruppe. Im Moment sind wir seit ca. 07.15 Uhr unterwegs Richtung Douz, jetzt ist es 12.10 Uhr und wir haben vor ½ Stunde in einem Straßencafe Teepause gemacht. „Rusty“ der Landy des „Mc Gyver-Teams“ hat Probleme mit der Treibstoffversorgung und dem Funkgerät. Nahe „As Snad“ haben wir uns zum Mittagessen ein „Grillhendl“ von einer Straßengrillbude gekauft und auf dem ersten „Offroadstück“ über einen Pass gemütlich gepicknickt. Dann ging es weiter bergauf über eine steinige steile Straße in Richtung Pass – Landschaft sehr schön! - Dann wurde die vorher naturbelassene Straße zu einer Piste – Der Shredder war leider vor uns da – danach wieder auf Asphalt über Kebili nach Douz. Ankunft in Douz ca. 18.00 Uhr. Nach dem Bunkern von Sprit und Wasser sind wir gemeinsam zum Campingplatz gefahren. Hier ist wenig los, das Dachzelt aufgebaut und Abendessen gegangen - war lecker - Bric und Couscous mit Gemüse. Nach dem Essen sind wir auf den Marktplatz in den Shop von Aziz, ein Freund von Andreas und Klaudia, gegangen und zum Tee eingeladen worden. Wir haben auch gleich einiges eingekauft. Um ca. 22.00 Rückkehr zum Campingplatz.
Dienstag, 26.01.2010Um 09.30 Abfahrt vom Campingplatz zum Cafe „Port du Sahara“. Am Ende von Douz verlassen wir die Asphaltstraße für die nächsten Tage. Gleich bei der ersten Gelegenheit beginnt die2. Trainingseinheit, die „Rollprobe“– Das funktioniert so: Es soll eine abgesteckte Strecke mit dem Straßenreifendruck gefahren werden. Das Auto bis auf 40 km/h beschleunigen, bei einem markierten Punkt auskuppeln und ausrollen lassen, die Stelle mit einem Verkehrshütchen markieren. Die gleiche Strecke wird jetzt mit unterschiedlichem Reifendruck solange gefahren, bis man den optimalen Reifendruck ermittelt hat. – Die Rollstrecke hat sich bei uns verdoppelt – hätten wir nie gedacht! Dann Trainingseinheit 3: „Sandfahren Basic“. Wir hatten kurz die Möglichkeit über die ersten kleinen Dünen zu fahren – zu einem bestimmten Busch, diesen umrunden und wieder zum Ausgangspunkt zurück. - Danach einen Punkt am Horizont anpeilen und das Ziel direkt anfahren – nur waren da die Dünen schon etwas größer und wir sind gleich 2x hängen geblieben. Beim 1 x haben wir uns noch selber freigeschaufelt, beim 2 x mussten wir vom Unimog rausgezogen werden. Trainingseinheit 4: – Das Auto von Ernst wurde absichtlich „vergraben“, um verschiedene Bergetechniken im Weichsand und auf Dünen zu üben. Um ca. 16.30 Uhr war dieser Trainingstag zu Ende und wir haben die Fahrt zum Cafe fortgesetzt. – Ankunft um ca. 17.00 Uhr. Schnell haben wir das Dachzelt hochgekurbelt, während Klaudia und Andreas uns ein Gemeinschaftszelt für unsere Planungsbesprechungen aufgestellt haben. Um 17.30 Uhr Teambesprechung im Zelt; - Routenplanung, Zusammenstellung des Teams, Funktionsaufteilung, etc. Um 19.30 Uhr Abendessen im Cafe von Achmed. – war lecker –sehr gute Suppe und wieder Bric und Couscous.
Mittwoch, 27.01.201007.30 Frühstück, 08.30 Fragestunde des Teams an die Trainer zu unserem Planungsfortschritt. Gegen 09.30 Abfahrt zu einem Dünenkamm neben einem Qued zu unserer 5.Trainingseinheit: Die erste größere Dünenüberfahrt geübt – rauf und wieder runter. Fahrstrecken abgehen und finden, wie geht man, wo geht man, wie erkennt man weichen oder festeren Sand uvm……Stefan ist mit seinem Sprinter gleich mal ziemlich schräg hängen geblieben, aber nicht gekippt! Trainingseinheit 6: Blechstraße legen. Wir haben gelernt, mit Hilfe dieser Blechstraße Dünen rauf zu fahren, die sonst nicht mehr befahrbar sind. Trainingseinheit 7: Autokompass justieren, und Trainingseinheit 8: Personenbergung nach einem Unfall, Freddy und ich mussten geborgen werden – war gar nicht so einfach. Letzte Übung heute, Trainingseinheit 9: Nur mit Kompass eine Gaspumpstation von der Dünenspitze anpeilen, in der Karte eintragen und nur mit Karte und Kompass – ohne Navi – im Qued, also ohne das Ziel sehen zu können, hinfahren. Von dort zurück zum Basiscamp. Dort wartete aber Andreas doch noch mit einer Trainingseinheit auf uns; Übung 10: Survivalnacht! Also schnell vorbereiten, den Notfallsrucksack packen und um ca. 17.00 Uhr geht es zu Fuß weg in Richtung eines Brunnen. Wir haben die Koordinaten bekommen, mussten das Ziel in die Karte eintragen, den Kurs bestimmen und die Karte wieder abgeben. Also können wir das Ziel nur mit dem Kompass finden. Wir marschieren los und versuchen den Kurs zu halten und die Entfernung über die „Schritte“ zu ermitteln. Nach ca. 1 ¾ Std. schlagen wir bei Einbruch der Dunkelheit das Lager auf. - Holz suchen für Feuer und für das „Bett“ - Der Sand wird ca. 5 cm weggeschoben, Gras abgerupft und daraufgelegt, zwischen unseren Betten wird die Feuerstelle angelegt und eine Aludecke reflektiert die Wärme. So haben wir die Nacht verbracht. Ich habe als einzige nicht geschlafen, nicht weil mir so kalt war sondern wegen dem „Lärm“ – die Aludecken rascheln bei jeder kleinsten Bewegung. Manche haben gut geschlafen wie ich am Schnarchen hören konnte – Neid! Unser Survivalteam: Stefan+Mina, Doris+Thomas, Dagmar+ Freddy und Andreas
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Donnerstag, 28.01.2010Um 07.00 Uhr endlich Sonnenaufgang. Nachdem alles zusammengepackt war, haben wir diesen Brunnen, der noch ca. 200m entfernt war, gefunden. Von dort mussten wir zum gestrigen Dünenkamm und dann zum Basiscamp zurückfinden – nur mehr über Orientierung! - Ankunft um ca. 09.10, wo es ein extra leckeres Frühstück gab. Jetzt kurz „duschen“ und umziehen, relaxen, und dann um 11.30 Uhr zur Besprechung für die nächsten Aufgaben. Trainingseinheit 11: Fahrt zum Brunnen „Bir Gif el Boum“ mittels Koordinaten. Das Ziel wieder in die Karte einzeichnen und selbständig einen Weg dorthin suchen. Wir haben Achmed nach dem Weg gefragt und von ihm einen tollen Plan aufgezeichnet bekommen – unser Team: Ernst+Magdalena, Dagmar+Freddy. Zweites Team: Rainer+Susanne, Doris+Thomas. Drittes Team: Stefan+Mina, Klaudia+Andreas. Abfahrt unseres Teams um 12.30 Uhr, wir sollten alle jedoch spätestens um 17.30 Uhr wieder beim Basiscamp sein. Am Anfang geht es recht gut, wir haben uns dann aber in einem großen Dünenfeld ziemlich verfranst und mehrmals versucht rauszukommen. Ich war auch schon ziemlich erledigt (weil ja nicht geschlafen). Um 15.00 Uhr war Halbzeit von der Fahrtzeit, darum haben wir auch umgedreht, um bis 17.30 Uhr wieder zurück zu sein. Wir waren bis auf 3,2 km Luftlinie beim Brunnen. Auf dem Weg zurück sind wir auf Spuren von einem anderen Team gestoßen und haben versucht den Spuren nachzufahren und doch noch den "Bir Gif el Boum" zu finden – leider haben die Spuren in einer Sackgasse geendet! - Also sind wir um 16.30 Uhr wieder gemütlich retour gefahren, wo wir um 17.30 Uhr angekommen sind. Um 19.30 Uhr war beim Abendessen die Schlussbesprechung bzw. Präsentation der Planung der morgen beginnenden Tour zum „Roten See“. Nach endlosen Diskussionen mit einigen aus der Gruppe über Routenplanen, Aufgabenverteilung und Notausstiegsplanung haben wir es bis ca 23.00 Uhr doch noch geschafft alles fertig zu besprechen – nur leider waren nicht alle bis zum Schluss dabei. Die Tour
Freitag, 29.01.2010Um 09.00 Abfahrt nach Douz zum Auffüllen der Ressourcen und zum Einkaufen von Wasser in Flaschen, Brot, Mandarinen und Pfefferonis, und natürlich noch Tücher von Aziz. Mit Ernst und Magdalena trinken wir noch am Marktplatz in einem Cafe am Dachgeschoß einen Tee und genossen die Sonne und den Trubel unter uns bis zur Abfahrt. Um 12.50 kam "Thamer", ein Freund von Andreas und Klaudia, der uns als staatlicher Guide zur rechtlichen Absicherung mit seinem Freund ins Sperrgebiet begleiten wird. Also ging es endlich in Richtung erster Etappe los:– Thimbaine. - Das erste Stück bis zu den "J'bil Gebirge" (ein eingezäunter Nationpark) ist Thamer vorgefahren. Ab da haben wir für die Gruppe während der Tour die Navigation übernommen. Stefan ist Leader der Gruppe, Rainer ist Scout. Die Strecke zum Thimbaine war schön und leicht zu fahren – viel Piste – wo man rasch weiterkommt! Ankunft am Thimbaine um 17.15 Uhr. Das Nachtlager war schnell aufgebaut und erstmals konnten wir uns auf dieser Reise selber versorgen. Freddy ist für den Sonnenuntergang noch mit Stefan zu Fuß auf das Plateau des Thimbaine gegangen, hin und zurück ca. 1. Std. Fußweg. Am Abend sind wir noch am Feuer gesessen, aufgrund der Spannungen in der Gruppe und meiner persönlichen momentanen Einstellung zu einigen Teammitgliedern war die Stimmung eher gedämpft.
Samstag, 30.01.201009.15 Uhr Abfahrt Richtung „Grand d’Kanis“, doch bereits nach ca. 10. Min Fahrt hieß es über Funk „Stopp“ – Der Sprinter hat vorne rechts keine Luft im Reifen – Reifen aufgepumpt und weitergefahren - aber nach ca. 1 Std. Fahrtzeit in den ersten Dünen musste der Reifen dann doch gewechselt werden. Wir sind über viele Dünenkämme gefahren – mussten viel abgehen – und Rainer ist als „Scout“ mit seinem Navara öfter hängengeblieben. Heute war den ganzen Tag Wind – daher sind wir mit Tuch und Gletscherbrille durch den Tag gegangen -. Das Tagesziel, den „Grand d’Kanis“ zu erreichen, haben wir geschafft – sind nicht ganz ran gekommen - haben wegen des Windes in der Senke davor gelagert. Es ist jetzt 19.00 Uhr, wir haben gerade das Zelt aufgebaut und ich bin am Käsespätzle kochen. Freddy hat in der Zwischenzeit die Dieselpumpe repariert und den Luftfilter ausgeklopft. Heute sind wir alle noch bis 22.45 am Feuer gesessen. Freddy, Ernst, Thomas und Andreas haben den kaputten Reifen von Stefan repariert und dafür bis ca. 24.00 Uhr gebraucht, da ich schon schlafen war, hab ich davon nichts mitbekommen: Den Reifen haben sie mit Gas der Lötlampe gefüllt und mit Hilfe der Lötlampe „aufgesprengt“ – durch die Explosion ist der Mantel auf die Felge gepresst worden!
Sonntag, 31.01.2010Abfahrt 09.00 Uhr Richtung „Petit d’Kanis“, wir waren ziemlich gut unterwegs. Um ca. 13.00 Uhr Mittagspause beim „Petit d’Kanis“, dort war dann auch gleich das Ende der Tour, weil Stefan einen anderen Weg zum Mittagsplatz fahren musste und sich dabei das vordere linke Kreuzgelenk komplett demoliert hat – Kein Allrad mehr am Sprinter - Also Ende für alle! Thamer hat den Vorschlag gemacht, die ganze Gruppe in ca. 2 – 3 Std. zum See zu führen, nach kurzer Besprechung ist die Entscheidung gefallen, dass wir es versuchen und morgen früh wieder zurückfahren. Der Versuch dauerte ca. 1 Stunde, Rainer und Thomas blieben hängen und eigentlich war es wie Ralley fahren. Wir waren froh, dass Andreas den Versuch zum See zu gelangen, dann doch bald abgebrochen hat. Retour zum Sprinter, den wir ja stehen gelassen haben. Um 17.00 Uhr haben das Lager aufgeschlagen und morgen geht’s los zurück auf dem einfachsten Weg. Jetzt brauchen wir doch den „Notausstiegsplan“, den uns Andreas an den 3 Trainingstagen als Aufgabe zu überlegen gegeben hat!
Montag, 01.02.2010Abfahrt 09.00 Uhr, Andreas hat versucht den Sprinter mit 2-Radantrieb aus den Dünen zu bringen – unsere Tagesleistung: 18 km - Um ca. 13.00 Uhr wurden mitten in den Dünen die vorderen Halbachsen des Sprinters ausgebaut – nach ca. 2 Std. Arbeit war die Linke draußen, die rechte ging nicht heraus also nur vom Antrieb getrennt und drinnen gelassen. Andreas ist echt super gefahren – er fährt mit 2 Radantrieb besser als mancher mit 4 WD! - Es gibt aber trotzdem viele Stellen wo der Sprinter hängen bleibt, dann heißt es anhängen, oder abschleppen oder ausgraben! Es war anstrengend für alle, bei einer dieser „Befreiungsaktionen“ wollte Thamer helfen und mit dem Sprinter, der von vorne rausgezogen werden musste, ein Stück fahren. Stefan war damit aber absolut nicht einverstanden und hat das auf eine Art und Weise klar gemacht die Freddy und mich total vor den Kopf gestoßen hat. Thamer ist darauf hin ausgestiegen und gleich verschwunden. Wir haben uns dann bei Thammer entschuldigt, weil uns das wirklich sehr betroffen gemacht hat. Ich hoffe nur, dass wir ohne gröberen Streit nach Hause kommen – Um ca. 18.00 Uhr war für heute in einem kleinen, sehr schönen Kessel zwischen wunderschönen Dünen Schluss. Ich hoffe, dass wir bis Mittwoch über Khsar Ghillane bis nach Douz kommen, - das wird aber noch anstrengend!
Dienstag, 02.02.2010Abfahrt 08.30 Uhr, über die Tafelberge „Gour el Kleb“ und „Gour el Mida“ wollen wir auf die Piste Richtung Douz - Khsar Ghillane gelangen. Gleich in der Früh war das Fahren leichter, weil der Sand noch fest war, aber dann wurde es sehr mühsam. Wir fuhren vor Andreas im Sprinter, dann Klaudia mit dem Unimog und mit großen Kreuzschmerzen, dann Rusty, Rainer und Ernst. Freddy hat den Sprinter ein paar Mal geholfen und rausgezogen - so gut es ging - auch Rainer blieb wieder hängen. Der letzte Dünenkamm vor der Piste war dann der Schwierigste, - schwer von den Passagen her und der Sand bodenlos weich! Und irgendwann am Nachmittag in diesem Dünenriegel, ging dann auch bei unserem Auto etwas kaputt. Es hat geklopft, wurde immer lauter und die Räder und Lenkung haben beim Fahren geschlagen. Auf dem ersten geraden Stück in dieser Dünenpassage haben Thamer, Amor, Ernst + Freddy nachgesehen, was da eigentlich kaputt ist – Andreas war noch einige Dünen hinter uns mit dem Sprinter beschäftigt. Ergebnis der Untersuchung – vermutlich Differentialschaden vorne – kein Allrad mehr – in dem Moment überkam mich schon eine gewisse Verzweiflung und Hilflosigkeit. Da ich mich bei diesen Dingen überhaupt nicht auskenne, konnte ich die Auswirkungen des Schadens auch nicht einschätzen – wir haben uns dann „krachend“ und „hüpfend“ durch die Dünen gekämpft, das Schlagen wurde immer lauter und ohne Allrad kamen wir nicht weit. Das letzte Stück wurden wir dann von Andreas mit dem Unimog gezogen, bis wir auf etwas festerem ebenerem Grund waren. Hier haben sich gleich Thamer und Ernst angeboten unsere schweren Kisten umzuladen, damit wir weniger Gewicht für das letzte Stück Dünen haben – wir waren wirklich froh über diese Hilfe. Ab jetzt sind wir nur mehr mit 2 Radantrieb unterwegs. Bei dem Abschleppen mit dem Unimog ist dann auch noch der Haken vorne an unserem Auto abgerissen und in hohem Bogen pfeilschnell durch die Luft geflogen – Glück das niemand getroffen wurde! - Irgendwann in den letzten Tagen ist Freddy so heftig mit dem Heck hinten aufgesessen, dass die Stoßstange verbogen ist – ganz schön mitgenommen unser 4Runner. Im 2 Radantrieb sind wir dann noch ein Stück bis kurz vor die Piste gekommen. Um ca. 17.30 Uhr Nachtlager aufgeschlagen – Andreas hat angeboten mit den beiden ramponierten Autos noch weiter nach Douz zu fahren, dann zurück zur Gruppe, um mit ihnen morgen nach Ksar Ghillane und zum Brunnen „Bir Gif el Boum“ zu fahren! Nach kurzer Diskussion blieben alle zusammen, – bis auf Rainer, – im Nachtlager, um morgen gemeinsam nach Douz zu fahren. Rainer fuhr also mit Thamer noch nach Douz, um bereits einen Tag früher alleine nach Tunis ins Hotel weiterzufahren. Freddy, Thomas, Ernst und Andreas haben unser Auto soweit repariert, dass wir mit künstlichem „Freilauf“ der Vorderräder ohne weitere Schäden im 2 Radantrieb bis nach Hause fahren können! Nachdem Klaudia noch immer mit ihrem Ischias kämpft (wenn ich manchmal gesehen habe, welche Schmerzen sie schon beim Gehen haben muss, ist es unglaublich, dass sie da auch noch mit dem Unimog den Sprinter durch die Dünen gezogen hat!) und Andreas jetzt hilft unser Auto wieder soweit hinzukriegen, habe ich Klaudia meine Hilfe angeboten, Abendessen zu machen. Im Unimog haben wir Spaghetti mit Speck, Zwiebel und Käse und als Nachspeise Kaiserschmarren gekocht, gemeinsam mit Klaudia und Andres gegessen – war lecker - Danach sind wir noch kurz mit Ernst, Magdalena und Thomas am Feuer gesessen und um 23.15 Uhr schlafen gegangen.
Mittwoch, 03.02.2010Morgens sehr kalt – Die Windschutzscheibe hat eine Eisschicht! Abfahrt 09.00 – Bald waren wir auf der Piste Richtung Douz und ich hoffe, dass unser „Roadrunner“ bis nach Hause durchhält – ich bin mir da noch immer nicht ganz sicher! - Um 11.45 Uhr waren wir wieder bei unserem Cafe „Port du Sahara“, und sind dann nach einer kurzen Teepause nach Douz weitergefahren. Essen waren wir im Restaurant "Habib", dann noch am Marktplatz in einem Cafe auf einen Tee und hier haben wir uns auch von Thamer verabschiedet. In Douz ist heute – wie jeden Mittwoch – Wochenmarkt! Viele Obst- und Gemüsestände und jede Menge los! Wir haben mit Andreas Hilfe eine Wasserpfeife mit Tabak und Kohle gekauft und noch ein Tuch für mich - alles zusammen um € 90,-. Zurück am Campingplatz war ich nach 9 Tagen das erste Mal duschen – herrlich – zwar ohne Haare waschen, war schon zu kalt – aber trotzdem herrlich! Um 19.15 Uhr sind wir von Aziz und Heddi (Cousin von Aziz) zum Nachtmahl eingeladen worden – die ganze Gruppe ! Stefan musste aber wegen seinem Defekt am Auto sehr langsam fahren und war daher schon nach Tunis unterwegs. - Leider legten nicht alle der Gruppe Wert auf diese Einladung! - Im großen Wohnraum saßen wir alle auf Pölstern, zum Essen gab es Salat, Bric, Brot, Suppe mit Huhn und Couscous mit Lamm, Mandarinen, Orangen, Tee und Birnensaft – war alles ausgezeichnet! Wir haben dann von Heddi ein bisschen was über die arabische Schrift gelernt und über Sonnenkollektoren geplaudert. Heddi hat uns erzählt, dass er gerade an einem Buch über alle Routen hier schreibt – soll im Dezember 2010 fertig sein und erscheint in Französisch und Italienisch (?). Nach dem gemütlichen Abend haben wir uns um 22.15 Uhr bei Aziz und Heddi für die Einladung und das sehr gute Essen bedankt und verabschiedet.
Donnerstag, 04.02.2010Abfahrt 09.00 Uhr, Nacht war wieder kalt, aber nicht so eisig wie noch in den Dünen gestern. Laut war es heute schon sehr früh morgens, und bei der Abfahrt wussten wir auch warum – gleich hinter dem Campingplatz war ein Esel und Kamelmarkt! Nach kurzem Stopp bei der Tankstelle von Douz Abfahrt um 09.20 Uhr Richtung Tunis. Nach ca. 20 km haben wir bei unserem Auto mal die Reifen vorne kontrolliert – noch alles OK! - Um ca. 14.15 Uhr Pause, war gar nicht so einfach ein schönes Plätzchen für die Mittagspause zu finden, aber wir haben es dann doch geschafft. Nach ca. 30. Min Pause weiter nach Tunis. Dort haben wir im Supermarkt noch einmal so richtig eingekauft – Ankunft im Hotel 19.00 Uhr. Nach einer ausgiebigen Dusche und den Saharasand vom Kopf gewaschen, sind wir um 20.00 Uhr essen gegangen. Danach ging es zu Fuß nach Carthage in die wunderschöne Straße der Künstler bergauf, wo wir schon 2004 waren, zu einem beeindruckenden Cafe. Habe Tee mit Pinienkernen getrunken und Andreas, Freddy und Mina haben Wasserpfeife geraucht, dazu gab es kleine süße Leckereien! Um ca. 23.15 zurück zum Hotel.
Freitag, 05.02.201008.00 Frühstück im Hotel, Um 08.30 sind wir mit Klaudia und Andreas zum Zug gegangen und um 2,50 Dinar (hin- und zurück) nach Tunis gefahren – Fahrtzeit ca. ½ Std. – Dort sind wir auf den Bazar gegangen (kannten wir noch von unserem Urlaub 2004) und haben Gewürze und Accessoires für unsere Wasserpfeife gekauft, Tee getrunken und um 11.45 Uhr mussten wir wieder mit dem Zug zurück ins Hotel. Von dort gleich zum Hafen, vorher noch schnell tanken. Beim Zoll haben wir diesmal ein bisschen was ausräumen und das Dachzelt aufmachen müssen. Um 15.00 Uhr konnten wir schon auf das Schiff, um 16.30 war Abfahrt. Ich habe bei der Abfahrt wieder ein Echnatol genommen – und gut war´s! Diesmal hat´s ganz schön geschaukelt. Vor dem Abendessen waren noch die Teambesprechungen, jedes Team wurde einzeln von Klaudia und Andreas befragt, z.B. Verbesserungsvorschläge, Kritiken, was hat uns besonders gut gefallen usw., und auch jedes einzelne Team hat von Klaudia und Andreas ein Feedback erhalten. Unsere Beurteilung fiel positiv aus, was mich gefreut hat, weil ich ja nach dem Defekt an unserem Auto für ein Weilchen doch nicht mehr so entspannt war. Um 19.30 Uhr war Abendessen, Essen war viel und gut und diesmal brauchten wir auch nicht im Eilzugtempo essen – Andreas hat das „Rollen“ des Schiffes dann doch ein bisschen zugesetzt, habe ihm eines meiner Pulver gegeben und er hat sich schlafen gelegt, der Rest der Gruppe ist dann noch bis ca. 22.00 Uhr in der Bar gesessen.
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